Glossar

Begriffe & Definitionen

Glossar.

Die wichtigsten Begriffe der Immobilienfinanzierung — kompakt erklärt, ohne Werbung dazwischen.

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Buchstaben

A

Annuität
Konstante Rate aus Zins- und Tilgungsanteil. Mit jeder Rate sinkt der Zinsanteil und steigt der Tilgungsanteil — die Gesamtrate bleibt während der Zinsbindung gleich.
Anschlussfinanzierung
Neue Finanzierung nach Ablauf der ersten Zinsbindung. Kann als Prolongation bei der bestehenden Bank, als Umschuldung zu einer neuen Bank oder als Forward-Darlehen vor Ablauf abgeschlossen werden. Weiterlesen →

B

Beleihungsauslauf
Verhältnis zwischen Darlehensbetrag und Beleihungswert der Immobilie, ausgedrückt in Prozent. Banken staffeln Zinsen meist nach Beleihungsauslauf — niedriger Auslauf bedeutet bessere Konditionen.
Beleihungswert
Sicherheitsabschlag-bereinigter Wert der Immobilie aus Banksicht. Liegt typischerweise 10 bis 20 Prozent unter dem Verkehrswert und ist die Bezugsgröße für den Beleihungsauslauf.
Bereitstellungszinsen
Zinsen, die die Bank für noch nicht abgerufene Teile des Darlehens berechnet — meist nach einer bereitstellungsfreien Phase (häufig drei bis zwölf Monate). Relevant vor allem bei Neubauten mit Auszahlung in Tranchen.
Bonität
Einschätzung der Bank über Ihre Fähigkeit, das Darlehen zurückzuzahlen. Berücksichtigt Einkommen, Vermögen, Schufa-Einträge, Beschäftigungsverhältnis und Selbstauskunft.

D

Disagio
Vorab abgezogener Anteil des Darlehensbetrags zur Reduktion des Sollzinses. Heute weitgehend ungebräuchlich, vereinzelt noch bei steuerlich vermieteten Objekten.

E

Effektivzins
Jährliche Gesamtkosten des Darlehens in Prozent. Berücksichtigt im Gegensatz zum Sollzins auch Bearbeitungsgebühren, Bereitstellungszinsen und Auszahlungsverhalten — und ist deshalb der seriösere Vergleichsmaßstab zwischen Angeboten.
Eigenkapital
Vermögen, das Sie selbst in die Finanzierung einbringen. Faustregel: mindestens die Nebenkosten aus Eigenkapital, idealerweise zusätzlich 10 bis 20 Prozent des Kaufpreises. Weiterlesen →

F

Forward-Darlehen
Anschlussfinanzierung, die heute abgeschlossen wird, aber erst in 6 bis 60 Monaten startet. Sichert heutige Zinsen — gegen einen Aufschlag pro Monat Vorlaufzeit. Weiterlesen →

G

Grundbuch
Öffentliches Register, in dem Eigentumsverhältnisse und Belastungen einer Immobilie eingetragen sind. Wird vom Amtsgericht geführt; Eintragungen erfolgen über den Notar.
Grunderwerbsteuer
Steuer auf den Kauf einer Immobilie. In Hessen aktuell 6,0 Prozent vom Kaufpreis, in Bayern 3,5 Prozent. Wird vom Käufer getragen und ist fällig, bevor das Grundbuch umgeschrieben wird.
Grundschuld
Grundpfandrecht zugunsten der Bank, eingetragen im Grundbuch. Sicherheit für das Darlehen — wird nach vollständiger Rückzahlung wieder gelöscht (gegen Gebühr) oder als Eigentümergrundschuld stehen gelassen.

K

KfW
Kreditanstalt für Wiederaufbau — staatliche Förderbank. Wichtigste Programme für Privatkunden: KfW-261/262 (energetische Sanierung), KfW-455-B (altersgerechter Umbau), KfW-300 (Wohneigentum für Familien).

N

Nebenkosten
Erwerbsnebenkosten, die zusätzlich zum Kaufpreis anfallen: Notar (ca. 1,5 %), Grundbuch (ca. 0,5 %), Grunderwerbsteuer (6 % in Hessen), ggf. Maklerprovision (3,57 % inkl. USt in Hessen für den Käufer). Summe häufig 8 bis 14 Prozent.
Notar
Beurkundet den Kaufvertrag und veranlasst die Grundbucheintragung. In Deutschland gesetzlich vorgeschrieben für Immobilienkäufe. Gebühr nach Gebührenordnung, ca. 1,5 Prozent vom Kaufpreis.

R

Restschuld
Verbleibende Darlehenssumme zu einem bestimmten Zeitpunkt — typischerweise nach Ablauf der Zinsbindung. Maßgeblich für die Höhe der Anschlussfinanzierung.

S

Sollzins
Nominaler Zinssatz, mit dem das Darlehen verzinst wird. Wird im Vertrag fixiert und während der Zinsbindung nicht geändert. Sagt allein noch nichts über die tatsächlichen Gesamtkosten — dafür ist der Effektivzins relevanter.
Sondertilgung
Außerplanmäßige Rückzahlung über die vereinbarte Tilgung hinaus. Sondertilgungsrechte sind häufig auf 5 oder 10 Prozent der ursprünglichen Darlehenssumme pro Jahr begrenzt — bei der richtigen Bank kostenfrei.

T

Tilgung
Rückzahlung des Darlehensbetrags. Die Anfangstilgung wird im Vertrag festgelegt (meist 2 bis 4 Prozent) und steigt während der Laufzeit automatisch, weil der Zinsanteil sinkt.

V

Vorfälligkeitsentschädigung
Ausgleichszahlung, die die Bank verlangen kann, wenn Sie das Darlehen während der Zinsbindung vorzeitig ablösen. Kann fünfstellig sein — § 489 BGB (Sonderkündigung nach 10 Jahren) und Hausverkauf sind die wichtigsten Ausnahmen.
Volltilgerdarlehen
Darlehen, das innerhalb der vereinbarten Zinsbindung komplett zurückgezahlt wird. Keine Anschlussfinanzierung erforderlich — maximale Planungssicherheit, häufig mit Zinsabschlag der Bank.

Z

Zinsbindung
Zeitraum, in dem der Sollzins vertraglich fixiert ist. Üblich sind 10, 15, 20 oder 30 Jahre. Längere Bindung bedeutet höhere Sicherheit, aber meist auch höheren Sollzins. Weiterlesen →
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